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Hinter
einem Felsenhügel versteckt, liegt im hinteren Wiesbadener Nerotal
die Leichtweißhöhle.
Sie entstand vor vielen Millionen Jahren durch eine variskische Gebirgsfaltung. Vermutlich trug der Schwarzbach mit seiner damaligen ausspülenden Kraft, zur Entstehung der Höhle bei. Der Felsenhügel, in dem sich die lang gestreckte Höhle befindet, erhebt sich etwa 15 - 20 m über der Sohle, des sich südlich anschließenden Talgrundes, im hinteren Nerotal. Ursprünglich versperrte dieser Felsen die Mündungsstelle
der Bachläufe aus dem Rabengrund in den Schwarzbach. |
Wiesbadener Kurier: Der "heilige Franz " der Leichtweishöhle |
Einziger Bewohner der Höhle
war Heinrich Anton Leichtweiß. Er wurde am 29. Dezember 1723 in
Jugenheim südlich von Bingen geboren. Seine Jugendjahre verbrachte
er in Ohren bei Kirberg. .
Sein Vater, Großvater und seine Brüder waren
alle herrschaftliche Jäger. Diese Tatsache zeigt, daß auch
in dem jungen Heinrich Anton Leichtweiß das Jagdblut steckte. |
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1788, als Leichtweiß bereits 65 Jahre alt
war, gab er sich selbst eine Blöße: Mit einem Nachschlüssel
wollte er bei einem Nachbarn in Dotzheim einbrechen, um einen Racheakt
auszuüben. Dabei wurde er ertappt und den Behörden ausgeliefert.
Zu diesem Delikt kam nun noch die Wilddieberei dazu. Nach langem Prozeß wurde Leichtweiß zu 1 1/2 Jahren Zuchthaus verurteilt. Als Verschärfung der Strafe mußte er an einem Markttag in Wiesbaden am Pranger stehen. Nach seiner Haftentlassung kehrte er nie mehr zu seiner Familie zurück, sondern lebte einige Jahre (1789 - 1791) in der Höhle, von der er Kenntnis besaß. 1791 entdeckten Waldarbeiter die Höhle. Leichtweiß konnte aber noch einmal durch Flucht der Verhaftung entgehen. |
Nach seiner Haftentlassung kehrte er
nie mehr zu seiner Familie zurück, sondern lebte einige Jahre (1789
- 1791) in der Höhle, von der er Kenntnis besaß. Der Mann, der ein freies Leben in der Natur gewohnt
war, wurde schnell lebensmüde; er siechte dahin, bevor sein Urteil
“Lebenslang“ ausgesprochen war. |
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So weit die historisch belegte Geschichte
der Höhle, wie sie mit dem 1793 im Wiesbadener Zuchthaus verstorbenen
Heinrich Anton Leichtweiß in unmittelbarem Zusammenhang steht. Nach seinem Tod geriet die Höhle, so weit wir wissen, in Vergessenheit. Erst Jahrzehnte später, als die Wälder in das Eigentum der Stadt Wiesbaden übergegangen waren, diente sie gelegentlich den Waldarbeitern als Unterschlupf bei plötzlich hereinbrechendem Unwetter. Nach und nach erweiterten sie sich, richteten sich wohnlichere Nischen in den Wänden der Höhle und in der seitlichen Grotte ein, so daß sie dort unter der Woche bleiben konnten, um den langen Nachhauseweg in die Stadt oder in ihre Dörfer zu sparen. Im übrigen war die Höhle nicht zugänglich und geriet allmählich in - Vergessenheit, bis sich der Wiesbadener Verschönerungsverein 1856 ihrer annahm. Die Höhle wurde zu einem dreißig Meter langen, mindestens zeit Meter hohen unterirdischen Gang ausgebaut und so auf das Dreifache ihrer ursprünglichen Ausdehnung gebracht. Nach Norden wurde ein zweiter Ein- und Ausgang geschaffen. Seitwärts befindet sich eine runde Grotte mit einem steinernen Tisch und Bänken an der Wand. In einer Nische, zu der man mit einer Leiter hinaufsteigen muß, findet man das “Lager des Räuber Leichtweiß“. Schließlich wurde die Höhle ausgestattet mit alten Steinschloßfhinten nassauischen Reitersäbeln, sowie ein Bildnis des Räubers. Nach der Ausgestaltung der Höhle durch den Verschönerungsverein, konnten im 19. Jahrhundert erstmals die Bevölkerung und die Kurgäste die Höhle besichtigen. |
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