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Nostalgisch, schräg und kultig.

Die Nerobergbahn. 

Sie wurde am 25. September 1888 als Wasserballastbahn eröffnet und stellte somit die Verbindung vom Nerotal zum Wiesbadener Hausberg, dem Neroberg her. Die Bausumme belief sich auf 222.352,13 Mark. Ursprünglich war von 100.000 Mark die Rede. Im Gegensatz zu anderen Bergbahnen wurde die Technik der Nerobergbahn seither unverändert beibehalten.


Bei einer Gesamtlänge von 438,5 m schafft die Bahn einen Höhen-unterschied von 83 m mit einer mittleren Steigung von 19,5% in ca. 3,5 Min. Dabei überquert sie das Nerotal auf einer Bogenbrücke von 5 auf 15 m ansteigend. Die Trasse führt an der Mauer des Neroberger Weinbergs vorbei, der 1525 von Graf Philipp der Altherr von Nassau-Idstein, Herr zu Wiesbaden, angelegt wurde. Die Gleisanlage besteht aus drei Laufschienen, wobei die mittlere Schiene von beiden Wagen genutzt wird. Lediglich die Ausweiche in der Mitte hat auf einer Länge von 70 m vier Schienen. Das Drahtseil mit einer Länge von 452 m und einem Durchmesser von 28 mm verbindet beide Wagen. Es läuft über 83 Rollen und wird in der Bergstation um eine Umlenkrolle geführt, die in einem Basaltquader gelagert ist.

Der talwärts fahrende Wagen zieht den anderen Wagen durch seine Schwerkraft und durch Ballastwasser nach oben. Das Ballastwasser wird in einem unter dem Fahr-gastraum angebrachten Tank, der 7 m³ Wasser aufnehmen kann, mitge-führt.

Das erforderliche Wasser kommt aus zwei auf dem Neroberg befindlichen Reservoirs, mit einem Fassungsvermögen von 380 m³. Das Ende des Wasserrohrs schiebt sich in das etwas grössere Auffangrohr des Wagens. Der Wagenführer öffnet einen Wasserschieber und lässt entsprechend der Besetzung beider Wagen Wasser einlaufen. In der Talstation passiert der einfahrende Wagen ein Winkeleisen, so daß sich ein Entleerungsventil öffnet, und den Tank automatisch entleert. Das Wasser wird aufgefangen, und in einem 210 m³ fassenden Reservoir gesammelt und wieder mit einer Leistung von 60 m³ /h und 12 bar zur Bergstation in die Reservoirs gepumpt. Die mit Dampf betriebene Pumpe wurde 1916 durch eine  Pumpe mit Elektroantrieb ersetzt.

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Die Bremse der Nerobergbahn baut auf das System Riggenbach auf. In der Mitte der beiden Gleise befindet sich eine Zahnstange, in die die beiden Zahnräder von Vorder- und Hinterachse ständig eingreifen. Mit einer Spindel-bremse, (die als vierfach Spindel ausgelegt ist und im Notfall selbsttätig schliesst) die auf das Zahnrad der Vorderachse wirkt, kann der Wagenführer die Geschwindigkeit exakt auf 6,78 km/h regulieren. Die Notbremse wird durch eine Fliehkraftbremse blockiert, wenn die Fahrgeschwindigkeit um 30% überschritten wird. Dabei löst sich ein Fallgewicht, das den Wagen zum stehen bringt. Ebenso bei einer Seillockerung oder Seilriss. 

Der Wagenführer steht bei der Bergfahrt auf der oberen und bei der Talfahrt auf der unter Plattform. In den Wagen sind für 32 Personen Sitzplätze.
Der Fahrpreis von 3
0 Pf für Erwachsene und 20 Pf Kinder für eine Hin- und Rückfahrt war damals schon nicht kosten-deckend. Im Juli 1939 wurden die Maschinenfabrik Esslingen mit der Planung grösserer Wagen ( 75 Personen ) und die Umrüstung auf Elektoantrieb beauftragt. Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges kam es nicht dazu. Durch Kriegsschäden 1944 stillgelegt wurde Sie nach Instandsetzung 1946 von den Amerikanern beschlagnahmt und 1948 wieder für die Wiesbadener freigegeben.

Im 125. Betriebsjahr 2013 wurde erstmals die magische Zahl von 300 000 (306276) Fahrgästen überschritten.



TECHNISCHE DATEN

Betriebsbeginn                                   25.September 1888

Antrieb                                                         Wasserballast

Streckenlänge                                                        438,5 m

Spurweite                                                             1000 mm

Höhenunterschied                                                      83 m

größte Steigung                            26% im Durchnitt 19%

Seil                                 Litzenseil mit Kunststoffeinlage

Seildurchmesser                                                     28 mm

Wasserbehälter                            Berg 370 m3 Tal 220 m3

Pumpe Förderleistung                            60m3/h  12,5 bar

Mögliche Wasserfüllung                                       7000 Ltr.

Wagengewicht                                                        8100 Kg

Fahrzeit                                                                     3,5 Min.

Fahrgeschwindigkeit                                         ca. 3,5 Min.

Besetzung                                                         40 Personen     

Beförderungsfälle /Jahr                          300 000 Personen


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